Donnerstag, 18 Juli 2019
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Aktuelle Situation

Mehr als vier Jahre sind vergangen seit die ersten Asylwerber aus Syrien nach Laakirchen gekommen sind. Im letzten Jahr hat sich die Zahl der Personen, bei denen das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist und in Laakirchen wohnen, stark reduziert. Die Aufgabenstellung für LaafIT hat sich damit auch wesentlich geändert.

Wir unterstützen jetzt zusätzlich subsidiär Schutzberechtigte und Personen mit einem positiven Asylbescheid, die in Laakirchen geblieben sind, bei Arbeits- und Wohnungssuche und helfen die bürokratischen Hürden (Formulare) zu überwinden. Teilweise sind Personen und Möbeltransporte auch noch notwendig. Wir finanzieren die Tageheimschule der Kinder und unterstützen mehrtägige Schulausflüge.

 

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Besondere Schülerpolizisten von Laakirchen

(OÖ Nachrichten, 14.12.2015)

LAAKIRCHEN. Ein Pilotprojekt aus dem Salzkammergut mit Asylwerbern löst inzwischen österreichweites Aufsehen aus.

 

Axmad Abdalahi nimmt seine Arbeit als Schülerpolizist ernst: Pünktlich steht er am Zebrastreifen bereit. Bild: Spitzbart


 

Pünktlich um 7.10 Uhr nimmt Axmad Abdalahi seinen Platz am Zebrastreifen ein. Er hat sich seine neongelbe Jacke übergestreift, die reflektierende Kappe aufgesetzt und seine Kelle in der Hand: So ist er allzeit bereit, herannahende Autos zu stoppen.

 

Einmal in der Woche sichert Axmad Abdalahi aus dem afrikanischen Somalia als Schülerpolizist den Zebrastreifen vor der Volksschule und der Neuen Mittelschule in Laakirchen. Ehrenamtlich – genau wie vier weitere Asylwerber, die schon seit Monaten auf einen positiven Bescheid warten. Von ihrem Einsatz profitieren rund 600 Schüler.

 

Ins Leben gerufen hat dieses Pilotprojekt der ehemalige Polizist Reinhard Held. Zwei Jahre hat man in Laakirchen schon verzweifelt versucht, Freiwillige zu finden, die Dienst am Zebrastreifen tun. Doch gefunden haben sich immer nur wenige, die sich das frühe Aufstehen antun.

 

„Ich wurde gefragt, ob ich etwas auf die Beine stellen kann“, erinnert sich Held. „Beim Stadtfest habe ich die Asylwerber gesehen und gedacht: Die haben Zeit, die könnten das doch übernehmen.“ Keine zwei Monate später, pünktlich zum Schulanfang, hatte er seine Truppe beisammen.

 

Positive Reaktionen

Seither sichern abwechselnd fünf Asylwerber den Schulweg. Die Reaktionen darauf waren überwiegend positiv, weiß Bürgermeister Fritz Feichtinger (SP). „Am Anfang war das ein Mordsaufsehen. Aber insgesamt haben die Bürger das Projekt gut aufgenommen.“ Jene, die dagegen sind, gebe es vor allem anfangs immer.

 

Im Jänner, als die rund 60 Flüchtlinge nach Laakirchen gekommen sind, war die Skepsis in der Bevölkerung groß. Gerüchte machten die Runde, dass Asylwerber beim Tierarzt eingebrochen hätten. Das habe sich laut Polizist Harald Kaiser nicht bestätigt. „Seitdem die Asylwerber in der Gemeinde sichtbar sind, sind auch die Gerüchte zurückgegangen“, sagt Helmut Nedomlel von der Initiative Laakirchen für Integration und Toleranz (LaafIT). Neben der ehrenamtlichen Arbeit als Schülerlotsen können sich die Flüchtlinge fünf Euro am Tag bei der Arbeit im Bauhof dazuverdienen.

 

Inzwischen hat das Pilotprojekt auch österreichweit hohe Wellen geschlagen. Anfragen wurden bisher aus Vorarlberg, Salzburg, Traiskirchen, Braunau und zuletzt auch aus Ebensee an Reinhard Held herangetragen: „Dort werde ich demnächst weitere Flüchtlinge als Schülerpolizisten anlernen, weil es zu wenig Freiwillige für diese Arbeit gibt.“

 

 

Stimmen zum Pilotprojekt

"Mir gefällt die Arbeit als Schülerlotse. Ich helfe auch in der Volksschule. Dort male und spiele ich mit den Kindern.
Ahmad Jaber, Asylwerber aus Syrien

 

„Es ist super, dass die Asylwerber ehrenamtlich helfen. Der Schulweg ist eh so gefährlich.“
Natascha Kolmberger, Mutter

 

„Ich freue mich, dass das Projekt so einen großen Anklang findet.“
Reinhard Held, ehemalige Polizist und Projektleiter